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Foldable oder normales Smartphone: Für wen lohnt sich welches Konzept?

Autorenbild: Lukas Hackbarth
Lukas Hackbarth
12. Sept.
10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Foldable oder normales Smartphone: symbolischer Vergleich eines faltbaren und eines klassischen Smartphones in Türkis und Orange – ohne Logos, mit KI visualisiert
Mit KI visualisiert ♥ – abstrakte Geräteformen, keine realen Produktaufnahmen.



Nach meiner Erfahrung mit mehreren Foldables würde ich die Entscheidung nicht von technischen Daten abhängig machen. Viel wichtiger ist eine andere Frage:


Was würdest du mit dem großen Innendisplay tatsächlich machen?

Denn wer es regelmäßig für Multitasking, Webseiten, Dokumente oder Medien verwendet, bekommt Möglichkeiten, die ein klassisches Smartphone kaum bieten kann. Wer sein Smartphone dagegen hauptsächlich für WhatsApp, Instagram, Kamera und gelegentliches Browsen nutzt, zahlt möglicherweise viel Geld für ein Display, das er nach der ersten Begeisterung nur selten öffnet.


Inhaltsverzeichnis



Abstrakte eigene Konzeptgrafik zu Foldable oder normalem Smartphone, ohne Herstellergeräte
Eigenständige, generische KI-Konzeptgrafik. Keine offizielle Herstellerabbildung.

Nutzt man das große Display nach der ersten Begeisterung überhaupt noch?


Das ist für mich eine der wichtigsten Fragen beim Foldable-Kauf. Ein Foldable macht in den ersten Tagen zwangsläufig Spaß. Man öffnet es häufiger als notwendig, probiert Split-Screen aus und zeigt Freunden die Technik.


Entscheidend ist aber, was einige Wochen später passiert. Wenn das große Display nur noch gelegentlich zum Videoschauen geöffnet wird, ist der Mehrwert gegenüber einem normalen Smartphone begrenzt.


Dabei kommt es stark auf den eigenen Alltag an. Wer tagsüber ohnehin am Computer arbeitet und das Smartphone zwischendurch hauptsächlich für Nachrichten, Social Media und kurze Anrufe nutzt, wird das große Innendisplay möglicherweise deutlich seltener brauchen als gedacht.


Anders sieht es aus, wenn sich konkrete Routinen entwickeln. Und die müssen nicht ausschließlich mit Arbeit oder Multitasking zu tun haben.

Bei mir sind es beispielsweise Situationen wie:


  • Browser und ChatGPT parallel nutzen,

  • Google Maps und eine Webseite nebeneinander öffnen,

  • E-Mail und Kalender gleichzeitig anzeigen,

  • Texte oder Dokumente auf der größeren Fläche bearbeiten,

  • Fotos komfortabler beurteilen oder mehreren Personen zeigen,

  • auf Reisen Buchungen, Karten, Tickets und Informationen übersichtlicher anzeigen,

  • im Zug oder Flugzeug ein größeres Display für Filme, Serien oder YouTube nutzen,

  • das Foldable halb geöffnet auf einen Tisch stellen und Videos ohne zusätzlichen Ständer ansehen,

  • bei Videoanrufen das Gerät aufstellen, ohne es irgendwo anlehnen zu müssen,

  • im Hotel oder Café Inhalte anschauen, während das Smartphone selbstständig vor einem steht,

  • mehrere Apps gleichzeitig geöffnet lassen.


Gerade auf Reisen kann ein Foldable für mich deutlich mehr Sinn ergeben als im normalen Alltag. Im Flugzeug, im Zug oder im Hotel bekommt man ein relativ großes Display, ohne zusätzlich ein Tablet einpacken zu müssen. Auch Fotos oder Videos lassen sich Freunden und Familie auf der größeren Fläche wesentlich angenehmer zeigen.


Der sogenannte Flex-Modus ist ebenfalls praktischer, als er zunächst klingt. Viele Foldables lassen sich halb geöffnet aufstellen. Dadurch wird das Smartphone gleichzeitig zum eigenen kleinen Ständer – etwa für Videos, Videoanrufe, Gruppenfotos oder einen Timer.


Gerade beim Multitasking verändert ein Foldable die Smartphone-Nutzung stärker, als technische Daten vermuten lassen. Aber auch abseits produktiver Aufgaben kann das größere Display echten Mehrwert bieten – vorausgesetzt, solche Situationen kommen im eigenen Alltag tatsächlich vor. Deshalb würde ich vor dem Kauf nicht nur fragen: „Brauche ich ein größeres Display?“ Sondern eher:


„In welchen Situationen würde ich mein Foldable wirklich aufklappen?“

Wenn darauf mehrere konkrete Antworten kommen, ist das ein gutes Zeichen. Wenn einem dagegen kaum etwas einfällt, besteht die Gefahr, dass das große Innendisplay nach der ersten Begeisterung immer seltener genutzt wird.


In meinem ausführlichen Motorola-Razr-Fold-Test war genau das einer der größten Vorteile des Geräts.




Kann ein Foldable ein Tablet ersetzen?


Teilweise. Für Browsing, Nachrichten, Videos, E-Mails, PDFs und leichtes Arbeiten kann ein Book-Foldable ein kleines Tablet erstaunlich gut ersetzen. Das Innendisplay aktueller Geräte liegt häufig bei ungefähr acht Zoll. Es ist damit wesentlich größer als das eines normalen Smartphones, passt zusammengeklappt aber weiterhin in die Hosentasche.


Ein vollständiger Tablet-Ersatz ist ein Foldable trotzdem nicht. Ein Punkt, den man dabei leicht unterschätzt, ist die App-Anpassung an das große Display. Gerade bei Android-Foldables nutzen noch längst nicht alle Apps die zusätzliche Fläche optimal. Manche Anwendungen werden lediglich größer dargestellt, andere lassen viel ungenutzten Platz oder wirken auf dem fast quadratischen Displayformat etwas verloren.


Bei gut angepassten Apps sieht das völlig anders aus: Seitenleisten, zusätzliche Spalten oder eine sinnvollere Aufteilung können das große Display tatsächlich deutlich produktiver machen. Ob ein Foldable wie ein kleines Tablet wirkt, hängt deshalb nicht nur von der Displaygröße ab, sondern auch stark von den Apps, die man verwendet.


Bei längeren Texten, großen Tabellen, umfangreicher Bildbearbeitung oder produktivem Arbeiten bleibt ein richtiges Tablet zudem komfortabler. Das größere Display und Zubehör wie Tastatur oder Stift machen weiterhin einen deutlichen Unterschied.

Ich würde ein Foldable deshalb eher als Mini-Tablet bezeichnen, das man immer dabeihat – allerdings mit der Einschränkung, dass die Software das größere Display nicht immer vollständig ausnutzt.


Für Menschen, die bislang Smartphone und kleines Tablet mitnehmen, kann das trotzdem sehr interessant sein.


Videos: Größeres Display bedeutet nicht automatisch viel größeres Bild


Ein häufig überschätzter Vorteil von Foldables ist der Videokonsum. Das Innendisplay ist zwar deutlich größer als das eines normalen Smartphones, viele Book-Foldables besitzen allerdings ein fast quadratisches Seitenverhältnis.


Bei klassischen 16:9-Videos entstehen deshalb breite schwarze Balken. Die tatsächlich genutzte Videofläche fällt dadurch kleiner aus, als die reine Displaydiagonale vermuten lässt.

Für YouTube, Serien oder Filme ist ein Foldable trotzdem angenehm – der Unterschied zu einem großen klassischen Smartphone ist aber häufig eher geringer als beispielsweise beim Lesen einer Webseite oder beim Multitasking.


Es kommt aber auch auf die Größe an: Obwohl beispielsweise das Motorola Razr Fold ein nahezu quadratisches Innendisplay besitzt, sind Videos dank des riesigen 8,1-Zoll-Displays trotzdem ein gutes Stück größer als auf selbst sehr großen klassischen Smartphones – nur eben nicht so viel größer, wie die reine Displaydiagonale zunächst vermuten lässt.

Bei Foldables wie dem Samsung Galaxy Z Fold8 oder dem iPhone Duo ist das Seitenverhältnis etwas günstiger auf Multimedia-Inhalte abgestimmt.


Praktisch bei Foldables ist die Möglichkeit, viele Foldables halb geöffnet aufzustellen. Im Zug, Flugzeug oder Hotel kann das durchaus einen echten Mehrwert bieten.


Ist ein Foldable zu groß oder zu schwer für den Alltag?


Früher war das ein wesentlich stärkeres Argument gegen Foldables. Aktuelle Modelle sind erheblich dünner und leichter geworden. Samsung nennt für das Galaxy Z Fold8 beispielsweise nur noch 201 Gramm. Damit bewegt sich das Gerät inzwischen in Regionen klassischer großer Smartphones.


Das neue iPhone Duo zeigt allerdings, dass es weiterhin große Unterschiede gibt. Apples erstes Foldable wiegt 254 Gramm und ist geschlossen 11,3 Millimeter dick. Gerade beim längeren einhändigen Tippen kann das spürbar sein.


Hier sollte man deshalb nicht einfach davon ausgehen, dass jedes Foldable unhandlich oder jedes aktuelle Foldable inzwischen genauso komfortabel wie ein normales Smartphone ist.

Das konkrete Modell spielt eine große Rolle.



Kann man ein Foldable auch geschlossen wie ein normales Smartphone benutzen?


Ja – und diese Frage ist wichtiger, als sie zunächst klingt. Ein gutes Book-Foldable sollte auch geschlossen als normales Smartphone funktionieren. Denn niemand möchte das Gerät für jede WhatsApp-Nachricht aufklappen. Das Außendisplay ist deshalb entscheidend.

Ist es zu schmal oder besitzt ein ungewöhnliches Seitenverhältnis, kann Tippen unangenehm werden. Einige ältere Foldables fühlten sich geschlossen eher wie die

Notlösung für kurze Aufgaben an.


Bei aktuellen Generationen hat sich das deutlich verbessert. Trotzdem würde ich vor einem Kauf genau prüfen:


  • Ist die Tastatur auf dem Außendisplay angenehm?

  • Kann ich das Gerät problemlos einhändig bedienen?

  • Sind Apps auf dem Außendisplay normal nutzbar?

  • Fühlt sich das geschlossene Foldable für mich wie ein vollständiges Smartphone an?


Ein Foldable sollte nicht nur geöffnet überzeugen.

Foldable oder normales Smartphone beim Multitasking?


Hier gewinnt das Foldable für mich deutlich. Auf einem normalen Smartphone lassen sich zwar ebenfalls zwei Apps gleichzeitig anzeigen. Wegen des schmalen Displays ist das aber häufig eher eine technische Möglichkeit als eine wirklich angenehme Arbeitsweise.


Auf einem Foldable können zwei Apps nebeneinander tatsächlich sinnvoll verwendet werden. Zum Beispiel:


  • Maps + Browser

    Während auf der einen Seite die Route angezeigt wird, lassen sich auf der anderen Öffnungszeiten oder Informationen über das Ziel recherchieren.

  • E-Mail + Kalender

    Termine können überprüft werden, ohne ständig zwischen Apps wechseln zu müssen.

  • Browser + ChatGPT

    Recherche und KI-Unterstützung bleiben gleichzeitig sichtbar.

  • YouTube + Messenger

  • Das Video läuft weiter, während parallel Nachrichten geschrieben werden.


Wer sein Smartphone intensiv nutzt, kann dadurch überraschend viel Zeit sparen.


Sind Foldables besser für Arbeit und Produktivität?


Für bestimmte Nutzer eindeutig. Gerade Menschen, die unterwegs häufig:


  • E-Mails bearbeiten,

  • Dokumente lesen,

  • recherchieren,

  • Tabellen ansehen,

  • Termine koordinieren,

  • Inhalte planen,


profitieren von der zusätzlichen Fläche. Ein Foldable ersetzt keinen Laptop. Es reduziert aber Situationen, in denen man den Laptop überhaupt erst hervorholen muss. Wer dagegen beruflich fast alles am Computer erledigt und das Smartphone nur zur Kommunikation verwendet, hat von diesem Vorteil deutlich weniger.


Ist die Kamera bei einem Foldable schlechter?


Das gehört zu den häufigsten Sorgen – und die Antwort lautet mittlerweile: nicht zwingend, aber häufig noch etwas. Der Grund ist konstruktionsbedingt. Ein Book-Foldable benötigt:


  • zwei Gerätehälften,

  • zwei Displays,

  • ein Scharnier,

  • Akkuzellen,

  • aufwendige Displaytechnik.


Dadurch bleibt weniger Platz für besonders große Kamerasensoren und komplexe Teleobjektive. Klassische Ultra-Smartphones haben hier mehr Freiheit. Das bedeutet allerdings nicht, dass Foldables schlechte Kameras besitzen. Bei meinem Motorola Razr Fold war die Kamera beispielsweise eine der positiven Überraschungen. Sie kann je nach Situation durchaus mit Smartphones der oberen Mittelklasse bis in die High-End-Klasse mithalten. Die besonders kameraorientierten Flaggschiffe von Herstellern wie Oppo oder Vivo bieten aufgrund ihrer klassischen Bauform aber weiterhin deutlich mehr Spielraum für große Sensoren und aufwendige Telekameras.


Und moderne Foldables bieten sogar einen Vorteil, den klassische Smartphones kaum besitzen: Das Außendisplay kann als Sucher genutzt werden. Dadurch lassen sich Selfies mit der hochwertigen Hauptkamera aufnehmen. Gleichzeitig kann die fotografierte Person bereits sehen, wie das Bild aussehen wird.


Wer allerdings die absolut beste Zoom- oder Nachtkamera möchte, findet sie weiterhin häufiger in einem klassischen Ultra-Smartphone.


Wie groß ist der Unterschied beim Akku?


Auch hier gibt es keine pauschale Antwort mehr. Früher mussten Foldables aufgrund ihrer dünnen Bauweise häufig deutlich kleinere Akkus akzeptieren. Neue Akkuchemien und effizientere Chips haben diesen Nachteil reduziert. Trotzdem bleibt ein physikalisches Problem:


Ein großes Innendisplay verbraucht mehr Energie.


Apple zeigt das beim iPhone Duo sehr anschaulich. Das Unternehmen nennt bis zu 44 Stunden Videowiedergabe über das Außendisplay, aber nur bis zu 31 Stunden über das Innendisplay. Wer sein Foldable häufig geöffnet verwendet, sollte deshalb nicht nur auf die angegebene Akkukapazität schauen. Relevant ist vielmehr die Laufzeit mit aktivem Innendisplay.


Ist ein Foldable empfindlicher als ein normales Smartphone?


Grundsätzlich besitzt ein Foldable mehr potenzielle Schwachstellen. Neben Akku, Kameras und normalem Außendisplay kommen hinzu:


  • flexibles Innendisplay,

  • Displayfalte,

  • Scharnier,

  • zusätzliche Displayfolie,

  • bewegliche Komponenten.


Das bedeutet nicht, dass aktuelle Foldables besonders schnell kaputtgehen.

Die Konstruktionen haben sich erheblich verbessert.


Apple stattet das iPhone Duo beispielsweise mit Titan, einem mehr als 100 Komponenten umfassenden Scharnier und IP68-Schutz gegen Staub und Wasser aus.


Trotzdem bleibt das flexible Innendisplay weicher als das Glas eines klassischen Smartphones.


Wer wissen möchte, welche Probleme tatsächlich auftreten können und was eine Displayfalte oder eine sich lösende Folie bedeutet, findet dazu meinen ausführlichen Ratgeber:

Nervt die Displayfalte im Alltag?


Vor meinem ersten längeren Foldable-Test hätte ich diesem Punkt mehr Bedeutung gegeben als heute.


Ja, die sogenannte Crease ist bei vielen Modellen sichtbar und meist auch fühlbar. Im normalen Alltag kann sie zwar schnell in den Hintergrund treten – vollständig vergessen würde ich sie aber nicht. Gerade je nach Licht, Displayinhalt und Betrachtungswinkel kann sie durchaus wieder deutlich auffallen.


Beim Lesen, Surfen oder Videoschauen schaut man frontal auf das Display. Dann fällt die Falte wesentlich weniger auf.


Stärker sichtbar wird sie:


  • bei seitlich einfallendem Licht,

  • auf dunklen Inhalten,

  • bei ausgeschaltetem Display,

  • wenn Reflexionen über die Oberfläche laufen.


Hersteller versuchen diesen Effekt zunehmend zu reduzieren.

Oppo spricht beim Find N6 beispielsweise von einer besonders stark reduzierten „Zero-Feel Crease“. Das iPhone Duo verwendet wiederum eine Nanotexturbeschichtung, die störende Reflexionen reduzieren soll.


Ob eine Crease persönlich stört, lässt sich allerdings kaum anhand von Fotos beurteilen. Wenn möglich, würde ich ein Foldable deshalb vor dem Kauf einmal selbst ausprobieren.




Gehen Foldables schneller kaputt?


Nicht automatisch. Scharniere aktueller Geräte werden teilweise auf mehrere Hunderttausend Faltvorgänge getestet. Das größere Risiko sind im Alltag häufig andere Faktoren:


  • Stürze,

  • Fremdkörper zwischen den Displayhälften,

  • punktueller Druck,

  • Sand oder Staub,

  • beschädigte Displayfolie.


Ausführlicher habe ich das in meinem Artikel zur Haltbarkeit von Foldables betrachtet. Wer sein Smartphone sehr sorglos behandelt oder es regelmäßig fallen lässt, hat mit einem normalen Smartphone trotzdem weniger technische Komponenten, um die er sich Gedanken machen muss.


Reparaturen können beim Foldable deutlich komplizierter werden


Noch größer ist der Unterschied bei Reparaturen. Neben einem normalen Außendisplay können bei einem Foldable zusätzlich das flexible Innendisplay und das Scharnier betroffen sein. Gerade ein Austausch des großen faltbaren Displays kann entsprechend teuer und technisch aufwendig werden.


Das ist ein Punkt, den ich beim Kauf eines Foldables nicht unterschätzen würde. Wer ein Smartphone vier oder fünf Jahre verwenden möchte, sollte deshalb vor dem Kauf auch auf:


  • Garantiebedingungen,

  • Kosten eines Displaytauschs,

  • Ersatzteilversorgung,

  • mögliche Geräteschutzprogramme


achten. Ein günstiger Kaufpreis hilft wenig, wenn ein späterer Displayschaden wirtschaftlich kaum noch sinnvoll repariert werden kann.


Preis: Man bezahlt weiterhin einen Foldable-Aufschlag


Auch 2026 bezahlt man für ein Foldable meist einen deutlichen Aufpreis.

Mit dem iPhone Duo zeigt sich das besonders deutlich. Apples erstes Foldable startet in Deutschland bei 2.299 Euro.


Natürlich gibt es inzwischen deutlich günstigere Foldables. Gerade Android-Modelle fallen nach dem Marktstart teilweise schnell im Preis. Trotzdem zahlt man nicht nur für Prozessor, Kamera und Speicher, sondern auch für die aufwendige Display- und Scharniertechnik.

Deshalb würde ich beim Kauf eine einfache Frage stellen:


Würde ich das große Display mindestens mehrmals pro Woche bewusst nutzen?

Wenn die Antwort Nein lautet, ist der Foldable-Aufpreis schwer zu rechtfertigen.


Meine Erfahrung: Ich möchte das große Display nicht mehr missen – aber nicht jeder braucht es


Nach mehreren Foldables sehe ich den größten Vorteil nicht darin, Videos auf einem größeren Bildschirm anzuschauen. Für mich liegt der größte Vorteil eines Foldables inzwischen vor allem in der zusätzlichen Displayfläche und der Flexibilität im Alltag.


Dazu gehören zum Beispiel das größere Display im Zug oder auf Reisen, das einfache Aufstellen im Hotel oder Café und die Möglichkeit, unterwegs auf ein zusätzliches kleines Tablet zu verzichten.


Google Maps ist auf dem großen Innendisplay deutlich angenehmer, Fotos lassen sich komfortabler anschauen oder Freunden zeigen und auch YouTube profitiert von der größeren Fläche – selbst wenn das Bild wegen des Seitenverhältnisses nicht immer dramatisch größer ausfällt. Gerade unterwegs fühlt sich vieles einfach übersichtlicher und entspannter an.


Multitasking ist für mich ebenfalls praktisch, aber nicht der einzige oder wichtigste Grund für ein Foldable. Ich nutze das z. B. bei Buchungen: Links Flugbuchung, rechts Airbnb.


Gleichzeitig bleibt das Gerät zusammengeklappt deutlich kompakter, als es die Größe des geöffneten Displays vermuten lässt. Genau diese Kombination finde ich besonders attraktiv: große Fläche, wenn ich sie brauche – und trotzdem ein Smartphone, das geschlossen noch gut in die Hosentasche passt.


Beim Motorola Razr Fold hat mir genau diese Flexibilität besonders gut gefallen. Auch mit dem Honor Magic V5 habe ich bereits längere Erfahrungen gesammelt.

Trotzdem würde ich nicht jedem ein Foldable empfehlen.


Wer diesen zusätzlichen Platz nicht aktiv nutzt, bekommt bei einem klassischen Flaggschiff häufig die bessere Kamera, ein unkomplizierteres Gehäuse und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.


Das neue iPhone Duo verdeutlicht diesen Konflikt besonders gut: Für mindestens 2.299 Euro erhält man ein sehr interessantes neues Bedienkonzept – muss den Mehrwert des großen Displays aber auch tatsächlich nutzen, damit sich dieser Aufpreis rechtfertigen lässt.



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